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Ein Kurs für alle!

Neue einheitliche Ausbildung verspricht mehr Praxistraining

Deutlich weniger theoretische Hintergründe, dafür mehr realitätsnahe Übungen – Ein neues bundesweites Ausbildungskonzept soll seit Anfang April mehr Menschen dazu bewegen, sich in der Ersten Hilfe schulen zu lassen.

Kommt es zu einem medizinischen Notfall, muss alles sehr schnell gehen. Gut, wenn man sich dann noch an das eigene Ersthelfer-Wissen erinnert. „Doch wie ging noch gleich die stabile Seitenlage?! Wie sieht ein Druckverband aus?“. Schneller als gedacht, kann richtiges Handeln Leben retten. „In Deutschland benötigt der Rettungsdienst im Schnitt etwa zehn Minuten bis zur Einsatzstelle“, erklärt Bianca Arbeiter, Erste-Hilfe-Ausbilderin beim Deutschen Roten Kreuz in Schloß Neuhaus. Wertvolle Zeit, die nicht nur bei einer Wiederbelebung entscheidend sein kann.

Über 400 Menschen bildet das DRK jedes Jahr allein in Schloß Neuhaus in der Ersten Hilfe aus. „Die Wenigsten kommen allerdings rein freiwillig“, bedauert die Ausbilderin. Stattdessen, so verrät sie, stecke meist eine berufliche oder private Verpflichtung dahinter, wie etwa der Betriebshelfer oder Übungsleiter.

Um die Kurse in Zukunft noch attraktiver zu gestalten, wurde das Ausbildungssystem deutschlandweit grundlegend überarbeitet. „Statt der Lebensrettenden Sofortmaßnahmen mit acht Unterrichtseinheiten für Führerscheinbewerber und dem eigentlichen Erste-Hilfe-Kurs mit 16 Unterrichtseinheiten, gibt es ab sofort nur noch einen Kurs für alle“, erklärt die Ausbilderin. Die Besonderheit: Inhaltlich wurde der Lehrgang so weit gestrafft, dass nur noch 9 Einheiten vorgesehen sind, die Erste Hilfe so als Tagesveranstaltung angeboten werden kann.

„Wir starten direkt mit dem Praxistraining, bieten deutlich mehr Anwendungstipps für den Alltag und lassen stattdessen theoretische Hintergründe weg“, erläutert Bianca Arbeiter die Vorteile der neuen Kurse, die dem bisherigen Ausbildungskonzept beim DRK in Schloß Neuhaus entgegen kommen. „Seit langer Zeit setzen wir bereits unseren Schwerpunkt auf praxisnahe Übungen. Dazu gehört auch die realistische Notfalldarstellung, die in unseren Kursen einen festen Platz einnimmt.“ Hierzu werden Ehrenamtlichen des Ortsvereins mit Kunstblut, Knete und Farbe realistische Wunden geschminkt, die von den Teilnehmern anschließend versorgt werden. „Man kann sich so einfach deutlich besser in die Situation eines Notfalls hineinversetzen“, weiß Bianca Arbeiter. Nicht selten komme es vor, dass Kursteilnehmer die Übungssituation sogar völlig ausblendeten. „Diese Praxisübungen machen unsere Kurse erst so richtig interessant.“

Mit der Straffung und der stärkeren Praxisnähe soll die Hemmschwelle für den Besuch einer Erste-Hilfe-Ausbildung gesenkt werden. „Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass jeder einzelne öfter trainiert und wir in Zukunft mehr Freiwillige unter den Teilnehmern haben werden“, hofft Bianca Arbeiter. Denn je weniger Aufwand eine solche Schulung mache, umso größer sei die Bereitschaft sich daran zu beteiligen.  

Das DRK Schloß Neuhaus bietet seine Erste Hilfe Kurse an jedem ersten und dritten Samstag im Monat an der Bielefelder Straße 4 an. Voraussetzung ist eine Anmeldung über den DRK Kreisverband, im Internet unter www.drk-paderborn.de oder telefonisch unter 05251/13093-30.

Foto: D. Arbeiter / DRK Schloß Neuhaus: Erste Hilfe praxisnah und leicht verständlich – Bianca Arbeiter und Margarete Klein üben gemeinsam die Herzdruckmassage.

4. Mai 2015 18:44 Uhr. Alter: 7 Jahre